Freitag, 21. April 2017

Die Willenskraft




Eigentlich ist das selbsterklärend und ich könnte mit diesem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach beginnen und enden. Nur kann ich das nicht...

„Hätte, Tati, Wari“ (oder wie auch immer man das schreibt) – das habe ich schon oft gehört (vor allem von meiner Frau...). Weil es eine angenehme Ausrede für das Nichterreichen von Zielen oder Verpassen von Möglichkeiten ist. Oft gepaart mit Erklärungen, wieso etwas nicht möglich ist. Aufgeben, bevor man es überhaupt versucht hat. Aus Bequemlichkeit, Angst oder weil anerzogen. „Aufpassen, dass Du nicht runterfällst“ oder „Du wirst Dir wehtun“ – wer hat das noch nicht gehört. Und die "Weisheiten" ziehen sich durchs Leben, später sind es dann die verpassten Beziehungen („das brauchst gar nicht probieren, die bekommst eh nie“) oder Jobs („da bewerben sich Hunderte, vergiss es“). „Das ist einfach so und kann man eh nicht ändern“.

Wieso ist das so? Ich weiß es nicht, kenne auch keine Studien dazu. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass es nicht so sein muss und darf. Und wir alle können das ändern, indem wir nicht die 99 Gründe suchen, wieso etwas nicht geht, sondern die eine Möglichkeit und sie beim Schopf packen. So schwer ist das gar nicht, ich muss nur eine Chance finden und nicht 99 Hindernisse. Einfach tun - faciam ergo sum*


*frei nach Descartes

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Mittwoch, 12. April 2017

Go the Extra Mile


Oder: abseits der Komfortzone „is where the magic happens“.

In meinem letzten Post habe ich über die Tendenz hin zum Durchschnitt geschrieben - zum Beispiel in der Schule, beim Sport oder in der Arbeitswelt. Ja nicht schlechter sein. Und einer ist eh immer besser. Hauptsache dabei und nicht ungut auffallen.

Ist das wirklich so? Ja. Wieso? Weil wir = die Gesellschaft in der „ersten“ Welt nicht besser sein müssen, um unseren Lebensstandard zu erhalten und „Spass zu haben“. Sei es Generation X, Y oder Z: Noch nie seit der antiken Hedonismus Bewegung war es so wichtig, das zu machen, worauf man gerade Lust hat. Und alles andere nebenbei mit möglichst viel Selbstbewusstsein und geringst möglichem Aufwand. Denn nur „wenn ich langfristig glücklich bin mit dem was ich mache werde ich auch erfolgreich sein.“

Das ist nicht so. „Nix wird einem geschenkt“, sagt meine Mama immer. Und sie weiß, wovon sie spricht. In der Nachkriegszeit gab es nichts zu verteilen bzw. zu verschenken.  Durch harte Arbeit, Fleiss und 100% Commitment - heute würde man sagen die „Extra Mile“ - haben unsere Eltern den Wohlstand geschaffen, in dem unsere Generationen Spass haben können. Nur das ist endend.

Immer wieder erwähne ich Darwins „Surviving of the Fittest“- der am besten Angepasste wird überleben. Jetzt könnte man sagen, das ist ja genau sich am Durchschnitt orientieren, weil der ist ja statistisch gesehen die ideale Anpassung. Wird wohl stimmen. Nur können wir uns das leisten? Was ist wenn der Durchschnitt nicht überall gleich ist, also zum Beispiel in anderen Gesellschaften oder Regionen körperlich, intellektuell oder wirtschaftlich höher? Ich denke die Neandertaler waren auch ganz gut unterwegs damals. Nur die Gattung der homo sapiens war halt besser. Sie haben über den Tellerrand geblickt, haben neue Orte erkundet, sind also buchstäblich die „extra mile“ gegangen, und waren innovativ, mit neuen Methoden oder Erfindungen, die anfänglich sicher nicht ganz so funktioniert haben und eher „unbequem“ waren, schlussendlich dann aber wohl "magisch" waren. Sie haben den Neandertaler "überlebt". Ganz so dramatisch wird es schon nicht sein, also zurück ins Hier und Jetzt. 

Das schönere Haus, das größere Auto, die coolere Urlaubsdestination und die besseren Jobs bekommen nicht diejenigen, die durchschnittlich sind und vorranging Spass haben. Es sind diejenigen, die „das schnell noch fertig machen“, die noch einmal drüber lesen bevor sie die Mail abschicken, die den letzten Kilometer beim Laufen noch mal „drauf drücken“ und diejenigen, die sich ärgern, wenn sie um einen halben Punkt die bessere Note verpasst haben. Stimmt nicht, wird jetzt jemand sagen. „Schaut Euch um“, sage ich, "viele gibt es da nicht."
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Sonntag, 1. Januar 2017

Das „Runternivellieren“

Gerade zum Jahreswechsel werden die Top Trends des vergangenen und kommenden Jahres (bspw. Mode) ausgeschlachtet. Eine „Mode“, die sich beharrlich hält und immer weiter „ausgebaut“ wird, möchte ich heute kurz beschreiben: das „Runternivellieren“ oder anders ausgedrückt: der „Weg ins Mittelmaß“ (und weg von der Leistungsgesellschaft).

Wo soll ich beginnen? Naja, schauen wir uns einmal unsere Jüngsten an und deren erste Berührungspunkte mit der Gesellschaft im Kindergarten oder der (Volks)schule. Pädagogen* wird gelehrt, dass sie bei Spielen nicht zählen sollen oder es keine Gewinner geben soll. Da frage ich mich, wie werden Kinder Ehrgeiz und Zielstrebigkeit entwickeln und Erfolge feiern lernen? Ich verstehe und es ist auch schon gut so, dass - sportlich - nicht so begabte Kinder auch eine Chance haben, sich beim Spielen aktiv zu beteiligen und motiviert zu bleiben, nur dürfen sie bzw. die mehr oder weniger begabten Mitschüler der anderen Mannschaft** dann nicht gewinnen? Ein anderes Beispiel ist die immer wieder aufkeimende Diskussion über das Notensystem. Wie oft werden Schularbeiten nicht nach den Besten in der Klasse konzipiert sondern danach, was der Masse zumutbar ist, damit die Arbeit nicht wiederholt werden muss und Eltern sich nicht beschweren kommen (und/oder damit eine ordentlich Notenverteilung herauskommt - siehe auch Zentralmatura).

Wie schaut es dann aus wenn der „Ernst des Lebens“ beginnt: Das Berufsleben? Der Einstieg führt über einen Bewerbungsprozess und immer häufiger über Internships, mehrere Bewerber rittern um wenige offene Posten. Wer wird sich da wohl durchsetzen? Da zählt nicht mehr das Mittelmaß, sondern der/die Beste setzt sich durch und bekommt den Job.

Blicken wir über den großen Teich in den Westen oder über viel Land in den Osten: Zuerst in die Vereinigten Staaten von Amerika: Bereits im Kindergarten gibt es Buchstabierwettbewerbe und für High-School und College bekommen die Besten Stipendien. Mich wundert es nicht, dass die USA die Ranglisten der besten Unis und erfolgreichsten Unternehmen anführen und die weltweit stärkste Wirtschaftsnation sind. Ebenso verhält es sich mit der Volksrepublik China: Kinder - ob gut oder schlecht sei dahingestellt – werden auf Disziplin und Leistung getrimmt. Früh werden Talente - sowohl sportlich als auch geistig - gesichtet und gezielt gefördert (ob mit Maß und Ziel sei wiederum dahingestellt).  

Was will ich damit sagen: macht es wirklich Sinn, sich mit dem Durchschnitt abzugeben und ist es wirklich so schlecht, uns an den Besten zu orientieren und immer nach Höherem zu streben? Wenn ich eine Frau/Mann als Partner/in suche, sei es für eine Nacht oder für das Leben, werde ich ja auch nicht nach dem Mittelmaß Ausschau halten, oder?

http://www.businessinsider.com/10-super-hot-victorias-secret-modelsmothers-2012-5?IR=T
PS: kann gerne kommentiert werden - freue mich über den Gedankenaustausch und andere Sichtweisen.

*nicht allen, wohlgemerkt. 
**gender-korrekt soll man da jetzt „Team“ sagen...
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Montag, 16. Mai 2016

Eine Geschichte über den #hashtag


Oder: wieso uns zuerst schlecht werden muss.

Die Marketinglandschaft ist getrieben vom Wunsch nach Innovativem und Trendigem. Es geht darum, möglichst kreativ und schnell neue Werbung oder – generell formuliert – Kundenaktivierung zu gestalten. Das Ganze wird forciert von Agenturen und Beratern („ein Grundübel“, Zitat N.Z.)*, die beim Marketer oder CEO meist ein offenes Ohr finden. Neue Art Directions und Suchets müssen her, vielleicht sogar neue Logos, auf alle Fälle neue Slogans, insbesondere in deren neuen Ausprägung: dem #hashtag. 


Big Player sind dazu imstande Trends zu gestalten, die für Ihre Branche wegweisend sind. Anders formuliert sind sie daher immer am Ball der Zeit, sie schaffen sozusagen Trends. Solche sind heutzutage nur mehr kurz bis max. mittelfristig „aktiv“, wenn es um die Verwendung in Kommunikationskanälen oder auch zB um das Produkt, wie neue Bekleidungstrends, geht. Das bedeutet, online oder social media Marketingpläne haben eine kurze Halbwertszeit.

Umgekehrt verhält es sich, wie die Erfahrung zeigt, mit Corporate Branding. Gerade die erfolgreichsten Marken, wie zB Google, Apple, Coca-Cola, oder auch Nike und Adidas haben - bis auf „unbemerkte“ Änderungen - (zB) Ihr Logo nie oder zumindest sehr lange nicht verändert.

Zum Corporate Branding gehören auch Slogans- hier beginnt nun die „Misere“ mit dem #hashtag. Soll man ihn für das Branding nutzen oder für Kampagnen, oder für beides? Die „Wahrheit“ liegt wie so oft dazwischen. 

Das Ziel von #hashtags im Online Marketing ist die virale Verbreitung von Content. Das sind - einfach formuliert - trendige interessante Inhalte, die dem Empfänger einen Mehrwert (wie neues Wissen) bringen oder bei ihm Emotionen hervorrufen, und nicht per se sofort als Werbung entlarvt werden. Naturgemäß müssen solche #hashtags zum Thema und zeitlich passen. Sie bieten sich vor allem zur Aktivierung im Rahmen von Events oder zu speziellen Anlässen, beispielsweise #EURO2016 oder #Mothersday, an.
 

Wie kann ich nun damit langfristig arbeiten?
Kein noch so guter Content bringt einen Marketing ROI**, wenn er nicht einem Unternehmen zugeordnet werden kann. Dazu eignen sich unverwechselbare, einer Marke klar zugeordnete #hashtags. Einfache Möglichkeiten sind der Markenname, wie zB. #jlindeberg*** 


Und jetzt sind wir bei der „Königsklasse“: Ziel muss es sein, mehr „sophisticated“, weil nicht so sehr „in-the-face“, Varianten zu finden. Was haltet ihr von: #quattro 


Dazu bedarf es einerseits einer gewissen Kreativität, andererseits auch Konstanz. Oder anders ausgedrückt:

„Erst wenn wir es nicht mehr sehen können und uns schlecht davon wird versteht der Kunde draußen, dass wir was Neues gemacht haben“, habe ich unlängst wo aufgeschnappt. Und das kann ich nur unterschreiben. 

no limits
ck

* und ** dazu später einmal im Blog
*** war gar nicht leicht ein Beispiel zu finden, weil meist nur @XY verwendet wird oder kein #hashtag verwendet wird auf "Unternehmsseiten" 

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Donnerstag, 28. April 2016

Geschwindigkeit ist das Geheimnis aller Manöver


Dieser Spruch kommt nicht von mir: An einem schönen Herbstabend am Strand in Hossegor/Frankreich hat ihn mein Freund Alex einfach so fallen gelassen. Es ging dabei um Manöver beim Surfen.



Die "Weisheit" ist nahezu uneingeschränkt gültig, nicht nur beim Wellenreiten: In allen Lebenslagen kommt es auf die richtige Geschwindigkeit bzw. das richtige Timing an. Wie erwähnt beim Sport, beim Einkaufen, wenn es darum geht als erster das neue iPhone zu ergattern, oder auch beim Fortgehen/„Aufreißen“, etc. Man könnte auch sagen: „Wer zuerst kommt, malt zuerst.“

Besonders im „modernen“ Marketing gewinnt Geschwindigkeit immer mehr an Bedeutung. Heutiges Marketing ist meist getrieben von Plänen, die im Idealfall so auch ausgeführt werden, auf Kennzahlen basierend (ein wichtiges Thema, das ich später im Blog einmal aufgreifen werde) und mit worthülsenartigen Schlagwörtern wie „Customer Journey“ oder - derzeit ganz "in" - „virales Marketing“ geschmückt. Nur eben läßt sich Letzteres nur bedingt einplanen. Viel wichtiger dabei ist es live am Ball zu bleiben und schnell agieren zu können. Wie so oft funktioniert das nur, wenn man der Erste ist.

Das ist nur möglich wenn Ressourcen frei sind. Damit meine ich in erster Linie nicht finanzielle, sondern "freies Personal". Sowohl an Arbeit frei als auch im Kopf frei. Ansonsten ist der Marketer vor lauter täglicher Routine, Erfüllung von Plänen und Erstellen von Berichten nicht in der Lage, auf „überraschende“ - und somit nutzbare -  Ereignisse zu reagieren und sie für sein Unternehmen zu nützen.

Vor ein paar Tagen sind mir dazu diverse in Social Media rasch verbreitete - bewußte oder unbewußte - Marketingmaßnahmen anlässlich des Ausganges der Bundespräsidentenwahl in Österreich untergekommen. Hier zwei Beispiele: 
http://kurier.at/chronik/wien/hofer-waehler-in-kaffeehaus-nicht-erwuenscht-bitte-geht-weiter/195.153.770
http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Hofer-Anhaenger-Aufregung-um-Supermarkt-Lkw/233720120 
 
Was will ich damit sagen?
Liebe Marketer, haltet Ressourcen frei- oder schafft sie, um im entscheidenden Moment kreativ und schnell agieren zu können. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, wie E-mail-/besprechungsfreie Tage, kreative Workshops, oder einfach nur Sport in der Mittagspause, um den Kopf frei zu bekommen und im Geiste aktiv zu sein. Oder einfach weniger planen und mehr spontan sein. Denn die Geschwindigkeit ist das Geheimnis.

no limits
ck 

Mittwoch, 27. April 2016

Wieso kein Triathlon Blog mehr?

Ganz einfach: weil meine sportliche Zeit vorbei und daher der alte Blogtitel "Christoph Kullnig - Triathlet" nimmer passend ist. Und sich mein Mitteilungsdrang nach mehr als zweijähriger Absenz wieder gemeldet hat.

Was will ich erzählen? Ich möchte diese Plattform für die Publikation meiner Ideen zu Marketing(-verwandten) Themen, ergänzt um "allgemeine Lebensweisheiten", nutzen.

Leonardo Da Vinci

Die "Kullumne" soll dabei ein wenig Licht in den (Marketing)Alltag bringen.

no limits
ck

Sonntag, 20. Oktober 2013

Das war mal eine erfolgreiche Saison

 
Österreichischer Meistertitel in Pörtschach (Sprint), 4 Top 5 Platzierungen, 9. Platz bei dem Staatsmeisterschaften (Olympisch), und viele Erfolge als Teammanager mit dem SKINFIT RACING Team
Diese Saison war keine geplante. Das begann beim Training, wo ich heuer einfach drauf los trainiert habe. Viel Zeit- viel Training. Lust - hartes Training. Nach vielen Jahren Planung hab ich heuer nach Lust und Laune aus dem Bauch heraus trainiert. Und es hat gewirkt. Deshalb werde ich es so weiter machen. Bin schon gespannt, wie lange es so weiter geht. Eines steht fest: solange es mir so viel Spass macht, werde ich der Triathlon- Szene erhalten bleiben.
no limits
ck