Mittwoch, 12. April 2017

Go the Extra Mile


Oder: abseits der Komfortzone „is where the magic happens“.

In meinem letzten Post habe ich über die Tendenz hin zum Durchschnitt geschrieben - zum Beispiel in der Schule, beim Sport oder in der Arbeitswelt. Ja nicht schlechter sein. Und einer ist eh immer besser. Hauptsache dabei und nicht ungut auffallen.

Ist das wirklich so? Ja. Wieso? Weil wir = die Gesellschaft in der „ersten“ Welt nicht besser sein müssen, um unseren Lebensstandard zu erhalten und „Spass zu haben“. Sei es Generation X, Y oder Z: Noch nie seit der antiken Hedonismus Bewegung war es so wichtig, das zu machen, worauf man gerade Lust hat. Und alles andere nebenbei mit möglichst viel Selbstbewusstsein und geringst möglichem Aufwand. Denn nur „wenn ich langfristig glücklich bin mit dem was ich mache werde ich auch erfolgreich sein.“

Das ist nicht so. „Nix wird einem geschenkt“, sagt meine Mama immer. Und sie weiß, wovon sie spricht. In der Nachkriegszeit gab es nichts zu verteilen bzw. zu verschenken.  Durch harte Arbeit, Fleiss und 100% Commitment - heute würde man sagen die „Extra Mile“ - haben unsere Eltern den Wohlstand geschaffen, in dem unsere Generationen Spass haben können. Nur das ist endend.

Immer wieder erwähne ich Darwins „Surviving of the Fittest“- der am besten Angepasste wird überleben. Jetzt könnte man sagen, das ist ja genau sich am Durchschnitt orientieren, weil der ist ja statistisch gesehen die ideale Anpassung. Wird wohl stimmen. Nur können wir uns das leisten? Was ist wenn der Durchschnitt nicht überall gleich ist, also zum Beispiel in anderen Gesellschaften oder Regionen körperlich, intellektuell oder wirtschaftlich höher? Ich denke die Neandertaler waren auch ganz gut unterwegs damals. Nur die Gattung der homo sapiens war halt besser. Sie haben über den Tellerrand geblickt, haben neue Orte erkundet, sind also buchstäblich die „extra mile“ gegangen, und waren innovativ, mit neuen Methoden oder Erfindungen, die anfänglich sicher nicht ganz so funktioniert haben und eher „unbequem“ waren, schlussendlich dann aber wohl "magisch" waren. Sie haben den Neandertaler "überlebt". Ganz so dramatisch wird es schon nicht sein, also zurück ins Hier und Jetzt. 

Das schönere Haus, das größere Auto, die coolere Urlaubsdestination und die besseren Jobs bekommen nicht diejenigen, die durchschnittlich sind und vorranging Spass haben. Es sind diejenigen, die „das schnell noch fertig machen“, die noch einmal drüber lesen bevor sie die Mail abschicken, die den letzten Kilometer beim Laufen noch mal „drauf drücken“ und diejenigen, die sich ärgern, wenn sie um einen halben Punkt die bessere Note verpasst haben. Stimmt nicht, wird jetzt jemand sagen. „Schaut Euch um“, sage ich, "viele gibt es da nicht."
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