Sonntag, 1. Januar 2017

Das „Runternivellieren“

Gerade zum Jahreswechsel werden die Top Trends des vergangenen und kommenden Jahres (bspw. Mode) ausgeschlachtet. Eine „Mode“, die sich beharrlich hält und immer weiter „ausgebaut“ wird, möchte ich heute kurz beschreiben: das „Runternivellieren“ oder anders ausgedrückt: der „Weg ins Mittelmaß“ (und weg von der Leistungsgesellschaft).

Wo soll ich beginnen? Naja, schauen wir uns einmal unsere Jüngsten an und deren erste Berührungspunkte mit der Gesellschaft im Kindergarten oder der (Volks)schule. Pädagogen* wird gelehrt, dass sie bei Spielen nicht zählen sollen oder es keine Gewinner geben soll. Da frage ich mich, wie werden Kinder Ehrgeiz und Zielstrebigkeit entwickeln und Erfolge feiern lernen? Ich verstehe und es ist auch schon gut so, dass - sportlich - nicht so begabte Kinder auch eine Chance haben, sich beim Spielen aktiv zu beteiligen und motiviert zu bleiben, nur dürfen sie bzw. die mehr oder weniger begabten Mitschüler der anderen Mannschaft** dann nicht gewinnen? Ein anderes Beispiel ist die immer wieder aufkeimende Diskussion über das Notensystem. Wie oft werden Schularbeiten nicht nach den Besten in der Klasse konzipiert sondern danach, was der Masse zumutbar ist, damit die Arbeit nicht wiederholt werden muss und Eltern sich nicht beschweren kommen (und/oder damit eine ordentlich Notenverteilung herauskommt - siehe auch Zentralmatura).

Wie schaut es dann aus wenn der „Ernst des Lebens“ beginnt: Das Berufsleben? Der Einstieg führt über einen Bewerbungsprozess und immer häufiger über Internships, mehrere Bewerber rittern um wenige offene Posten. Wer wird sich da wohl durchsetzen? Da zählt nicht mehr das Mittelmaß, sondern der/die Beste setzt sich durch und bekommt den Job.

Blicken wir über den großen Teich in den Westen oder über viel Land in den Osten: Zuerst in die Vereinigten Staaten von Amerika: Bereits im Kindergarten gibt es Buchstabierwettbewerbe und für High-School und College bekommen die Besten Stipendien. Mich wundert es nicht, dass die USA die Ranglisten der besten Unis und erfolgreichsten Unternehmen anführen und die weltweit stärkste Wirtschaftsnation sind. Ebenso verhält es sich mit der Volksrepublik China: Kinder - ob gut oder schlecht sei dahingestellt – werden auf Disziplin und Leistung getrimmt. Früh werden Talente - sowohl sportlich als auch geistig - gesichtet und gezielt gefördert (ob mit Maß und Ziel sei wiederum dahingestellt).  

Was will ich damit sagen: macht es wirklich Sinn, sich mit dem Durchschnitt abzugeben und ist es wirklich so schlecht, uns an den Besten zu orientieren und immer nach Höherem zu streben? Wenn ich eine Frau/Mann als Partner/in suche, sei es für eine Nacht oder für das Leben, werde ich ja auch nicht nach dem Mittelmaß Ausschau halten, oder?

http://www.businessinsider.com/10-super-hot-victorias-secret-modelsmothers-2012-5?IR=T
PS: kann gerne kommentiert werden - freue mich über den Gedankenaustausch und andere Sichtweisen.

*nicht allen, wohlgemerkt. 
**gender-korrekt soll man da jetzt „Team“ sagen...
-->

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